Selbsthilfegruppe magenlose im Hohenlohekreis

Im Hohenlohekreis und in den angrenzenden Regionen hat sich eine Selbshilfegruppe gebildet. Diese Selbsthilfegruppe der Magenlosen  trifft sich donnerstags eines jeden zweiten Monats zum Erfahrungsaustausch.

Die vergangenen Treffen haben gezeigt, dass es unserer Psyche gut tut mit anderen Betroffenen zu sprechen. Durch die offenen Gespräche konnte man doch noch einiges dazulernen. Wir sehen uns jedoch nur als Begleitung zur medizinischen Betreuung durch die Ärzte und Fachärzte.

Wer dabei sein will schickt seine email-Adresse an schrecker (et) adolzfurt.de oder ruft an unter 07946-6214. Dann erhalten Sie per E-Mail eine Einladung zum nächsten Treffen mit einer Anfahrtskizze des Treffpunktes oder wir besprechen es telefonisch. Das alles zwanglos und kostenfrei.

Die nächsten Termine:

Donnerstag, 5. Dez. 2019 um 16.00 Uhr

Über diese Themen haben wir in der Selbsthilfegruppe gesprochen:

Fettverdauung (gestörte Fettverdauung)

Den komplexen Ablauf der Nahrungsverdauung kann man hier nachlesen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/102642/Therapie-mit-Pankreasenzymen

Einige Personen unserer Selbsthilfegruppe haben keine Probleme mit der Fettverdauung; andere wiederum benötigen Bauchspeicheldrüsenenzyme (Pankreasfementsubstitute) wie Kreon, Pankreatan usw., weil ihr Stuhlgang häufig sehr hell, übelriechend und voluminös (Fettstuhl) ist. Teilweise tritt Durchfall auf. Insbesondere in den ersten Monaten nach einer Magenentfernung sollte nach den ersten drei bis vier Bissen Nahrungsaufnahme bereits Kreon (oder andere Ersatzstoffe) zugeführt werden. Dabei müssen die Kapseln geöffnet und die Pellets direkt geschluckt werden. Keinesfalls dürfen die Pellets mit der Nahrung im Teller vermischt werden! Die Pellets dürfen nicht in den Zahnzwischenräumen hängen bleiben! Nach weiteren fünf bis zehn Bissen nimmt man eine weitere Portion an Pellets. Faustregel zur Menge: pro 12 Gramm Fett = 25.000 Einheiten Pankreasfermentsubstitution.

Gewichtsabnahme (nach der Operation) Gewichtszunahme

Jede Magenentfernung hat eine Gewichtsabnahme von 10 bis 20 Prozent des ursprünglichen Körpergewichtes zur Folge. Das ist zwar nicht lebensbedrohend aber es ist für uns Betroffene eine psychische Belastung weil wir nicht mehr die „Power“ wie vor der OP haben. Aber wir kommen im großen und ganzen ganz gut zurecht mit unserem Gewicht. Jahre nach der OP nimmt man auch wieder an Gewicht zu. Die eine Person weniger, die andere Person mehr (fast 5 kg hat eine Frau wieder zugelegt!).

Frühdumpingsyndrom

Jede magenlose Person kennt es:  Urplötzlich – quasi aus heiterem Himmel – muss man ganz schnell zur Toilette: Ein Durchfall hat sich angemeldet! Manchmal tritt dieses „Syndrom“ jeden Tag auf, manchmal hat man monatelang kein Problem damit. Wichtig ist: Viel Trinken nach so einer Attacke!

Bauchweh  –  weicher Stuhl  –  harter Stuhl

Es ist ein Versuch wert, den Darm zu reinigen/pflegen indem man zunächst für zwei bis drei Wochen täglich 1 bis 2 Teelöffel Flohsamenschalen (nicht Flohsamen) mit Wasser, Milch oder Joghurt mischt und sofort trinkt (nicht lange stehen lassen, sonst wird es sämig). Wenn man Besserung spürt, die Dosis erhöhen und die Einnahme fortsetzen.

Flohsamenschalen sind ein preiswertes Naturprodukt ohne wirkliche Nebenwirkungen und dienen der Stuhlregulierung. Zu harter Stuhlgang wird weicher, zu breiiger Stuhlgang wird fester.

Blutbild – Vitamine

Magenlose bekommen B 12 regelmäßig gespritzt. Dazu prüft der Arzt die Parameter von Haemoglobin, Holotranscobalamin und B 12. Wir sollten aber auch darauf achten, dass der Arzt die Vitamine A, D, E und K prüft. Ferner sollten im Blutbild auch Folsäure und der Eisenspiegel enthalten sein. Für uns magenlose sind diese Kontrollen quasi lebensnotwendig. Am besten lässt man sich eine Kopie vom Laborblatt geben.